Carbonbeton – Herausforderung für Diamantwerkzeuge?

Biermann, D.1, a; Kansteiner, M.1, b

1)
Institut für Spanende Fertigung, Technische Universität Dortmund, Baroper Str. 303, 44227 Dortmund

a) biermann@isf.de; b) kansteiner@isf.de

Kurzfassung

Carbonbeton ist ein neuer Materialverbund aus Hochleistungsbeton und Bewehrungselementen bestehend aus Kohlenstofffasern. In einem großen vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsvorhaben C³-Carbon Concrete Composite wird dieser Werkstoff aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet (siehe Homepage www.bauen-neu-denken.de). Neben Textilmatten aus Kohlenstofffasern sollen auch CFK-Stäbe als Bewehrungselemente Verwendung finden. Einsatz finden letztgenannte bereits bei der Ertüchtigung geschädigter Bauwerke. Im Forschungsvorhaben C³ werden unter anderem auch das Abbruchverhalten und die Recyclierfähigkeit von Carbonbeton untersucht. Erste Erkenntnisse zu Bohr- und Sägeversuchen wurden im Betonbohrer Ausgabe 40 (1/2017) durch die Bauingenieure der TU Dresden veröffentlicht. Hierbei wurde festgestellt, dass Carbonbeton mit konventionellen Bohr- und Sägewerkzeugspezifikationen bearbeitet werden kann, detaillierte Ergebnisse wurden jedoch bislang nicht gezeigt. Für eine Optimierung des Bearbeitungsprozesses, z.B. die Erhöhung der erzielbaren Vorschubgeschwindigkeit bei vertretbarem bzw. gewünschtem Verschleißverhalten des Werkzeuges, sind jedoch tiefergehende Erkenntnisse und detailliertes Wissen bzgl .des Zerspanungsprozesses notwendig. Nur durch ausreichende Detailkenntnisse können Werkzeughersteller eine nachhaltige Werkzeugoptimierung erzielen und damit Kundenbedürfnisse erfüllen.

Veröffentlichung

Der Betonbohrer – Fachzeitschrift für Diamanttechnik, 41 (2017), S. 52-55