Reiben von Vergütungsstahl mit Einschneiden-Reibahlen

Schroer, M.

In der Produktionstechnik stellt die Erzeugung von Bohrungen mit hoher Maß- und Formgenauigkeit besondere Anforderungen an das Fertigungsverfahren. Im Bereich kleinerer Durchmesser werden häufig Einschneiden-Reibahlen zur Bohrungsfeinbearbeitung eingesetzt. Um die hohen Qualitätsanforderungen zu erzielen, ist die Kenntnis der verfahrensspezifischen Besonderheiten notwendig. Bei Reiben mit Einschneiden-Reibahlen muss neben dem Zerspanprozess auch der Einfluss der Führungsleisten berücksichtigt werden.

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Hochgeschwindigkeitsreiben von Vergütungsstahl mit Einschneiden-Reibahlen. Aufgezeigt wird, welcher thermischen und mechanischen Beanspruchung eine Einschneiden-Reibahle im Prozess unterliegt, und wie diese den Verschleiß der Wirkelemente in Abhängigkeit verschiedener Schnittparameter bestimmen. Als Schneidstoff steht Cermet im Vordergrund, als Führungsleistenwerkstoff Hartmetall, Cermet und polykristalliner Diamant. Untersuchungen der Oberflächerauheit zeigen deutlich, wie sich der Zerspan- und Führungsprozess auf die Oberflächenrauheit auswirkt. Rasterelektronenmikroskopische Analysen ergeben eine deutliche Korrespondenz zwischen dem Verschleißzustand der Führungsleisten und der Oberflächenrauheit. Schnittunterbrechungsversuche und sich anschließende Gefügeanalysen verdeutlichen, wie und unter welchen Bedingungen Veränderungen der Randzonenstruktur zu erwarten sind. Möglichkeiten zur Steigerung der Zerspanleistung bieten sich besonders, aufgrund des günstigen Verschleißverhaltens, durch den Einsatz von Führungsleisten aus polykristallinem Diamant.

Veröffentlicht als

Dissertation, Universität Dortmund, Vulkan Verlag, Essen, 2000, ISBN 3-8027-8711-0