Herstellung von Schneidkantenverrundungen und deren Einfluss auf das Einsatzverhalten von Zerspanwerkzeugen

Kötter, D.

Die Leistungsfähigkeit von Werkzeugen mit geometrisch bestimmter Schneide kann durch eine Kantenpräparation deutlich gesteigert werden. Die Ziele der Kantenpräparation sind die Beseitigung von Kantenausbrüchen und die Erzeugung einer definierten Verrundung der Schneide. Einerseits verbessert sich durch die Verringerung der Kantenschartigkeit die Qualität der mit einem präparierten Werkzeug erzeugten Oberflächen, andererseits erhöht eine Kantenverrundung die Stabilität der Schneide und wirkt sich somit positiv auf die Standzeit aus. Als Methoden der Kantenpräparation finden das Strahlen, das Bürsten und das Gleitschleifen industrielle Anwendung. Das Strahlen zeichnet sich gegenüber den genannten Verfahren durch die Möglichkeit zur gezielten Bearbeitung der Kantenbereiche eines Werkzeuges aus. Aufgrund der komplexen Randbedingungen stellt das Strahlverfahren jedoch hohe Anforderungen an die Prozessgestaltung.

Die vorliegende Dissertationsschrift beinhaltet Ergebnisse zur Kantenpräparation durch das Strahlverfahren. In grundlegenden Untersuchungen wird der beim Strahlen von Hartmetall wirkende Abtragsmechanismus analysiert. Durch Variation der Kenngrößen des Strahlprozesses werden Werte ermittelt, die zur Erzeugung von praxisüblichen Verrundungen führen. Ausgehend von diesen Erkenntnissen erfolgt die Komplettpräparation von Wendelbohrern. Es wird eine Prozessführung entwickelt, die eine gleichmäßige Verrundung der Haupt- und Querschneiden bei geringer Beeinflussung der Nebenschneiden bewirkt. Da der Schleifprozess den Ausgangszustand einer nachgeschalteten Kantenpräparation erzeugt, wird der Einfluss der Parameterwerte auf die Kantenschartigkeit betrachtet. Dreh- und Bohrversuche unter Verwendung von Werkzeugen mit unterschiedlicher Kantengestalt weisen den positiven Einfluss der Kantenpräparation auf das Einsatzverhalten nach.

Veröffentlicht als

Dissertation Universität Dortmund, Vulkan Verlag, Essen, 2006, ISBN 3-8027-8736-6, 978-3-8027-8736-2