Konzeption und Entwicklung einer standardisierten Datenübertragung von Schleifoperationen für Werkzeugschleifmaschinen

Weckerle, T.

Die Arbeit behandelt die Konzeption einer einheitlichen Datenübertragung von Schleifbahnen für das Werkzeugschleifen. Als Stand der Technik ist für die Werkzeugschleifbearbeitung festzustellen, dass die verwendeten NC-Programmiersysteme im Regelfall herstellerspezifisch sowie maschinen- und steuerungsgebunden sind. Für Produktionsbetriebe mit heterogenem Maschinenumfeld ergibt sich daraus die Problematik, dass zum einen die Programmiersysteme zueinander inkompatibel sind und zum anderen die Maschinenbedienung aufgrund der unterschiedlichen Benutzeroberflächen und Funktionsspektren uneinheitlich sind.

Um die erkannten Defizite zu beheben wurde eine einheitliche Datenübertragung von Schleifoperationen unabhängig von Programmiersystem, Maschine und Steuerung erarbeitet. Dies erforderte zum einen die Definition der erforderlichen Informationsmenge für eine unabhängige Schleifbahnbeschreibung und zum anderen die Konzeption einer einheitlichen Maschinenanbindung zur Datenübertragung. Für die Datenübertragung wurden zusätzlich Modifikationsmöglichkeiten berücksichtigt, um Kompensationen von Soll-Ist-Abweichungen zu ermöglichen, die sich aus Unterschieden der Auslegungsinformationen und dem Informationsabbild des Schleifvorgangs ergeben.

Als Ergebnis dieser Arbeit wurde eine einheitliche und unabhängige Datenschicht für den Austausch von Schleifinformationen eingeführt, die Grinding-Data-Exchange (GDX) genannt wird. Die GDX-Schleifbahn ist die Kapselung der Informationsmenge zur einheitlichen Schleifbahnbeschreibung. Hierfür wurde das Datenmodell sowie die Schnittstelle entworfen und implementiert. Die GDX-Maschinenanbindung ist in Bezug auf eine Werkzeugschleifmaschine vergleichbar einem Druckertreiber für einen spezifischen Drucker. Sie stellt ausgehend von den verfügbaren Informationen der GDX-Schleifbahn eine standardisierte Datenübertragung sicher, indem sie die maschinen- und steuerungsspezifischen Anpassungen zur Erzeugung des Schleifprogramms übernimmt. Hierfür wurde die Schnittstelle entworfen sowie konkrete Maschinenanbindungen für unterschiedliche Werkzeugmaschinen realisiert.

Veröffentlicht als

Dissertation, Technische Universität Dortmund, Vulkan Verlag, Essen, 2010, ISBN 978-3-8027-8756-0